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02.07.2013
13:05

Der Stora Lee / Schweden - Ein Angelreisentagebuch –

Lange Zeit mussten wir warten, bis am 24.05.2013 endlich unser Angelurlaub 2013 im Haus Sørgården begann.
Gegen Nachmittag haben wir uns vom Großraum Hamburg aus  auf den Weg nach Kiel gemacht, um dort noch die letzten Einkäufe vor der Fährfahrt zu erledigen.
Glücklicherweise haben wir auf der A 21 noch gemerkt, dass mein Navi die Schwedenkarte gar nicht intus hat, und so konnten wir uns noch eine Karte kaufen…wie sich später herausstellte war es auch sehr, sehr schön mal wieder „analog“ on Tour zu sein und ein Navi ist in Schweden auch nicht wirklich von Nöten, so dünn besiedelt, wie sich dieses schöne Land darbietet.
Um 18:45 Uhr ging die Fahrt dann von Kiel nach Göteborg bei bestem Wetter los, und wir hatten eine herrliche Überfahrt mit Candlelightdinner mit direktem Seeblick….herrlich! Am Samstag früh um 9:15 Uhr sind wir in Göteborg ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein gelandet
und hatten dann noch eine Autofahrt von ca. 3 Std. vor uns, bis wir an unserer Destination gelandet sind.
Das Haus, welches wir bei Angelreisen Hamburg gebucht hatten, war gerade in diesem Frühjahr von den norwegischen Besitzern frisch renoviert worden und bot jeglichen Komfort….Riesen Kühlschrank mit TK-Fach, komplett eingerichtete Küche mit allen erdenklichen Utensilien, super bequeme Betten, mächtig viel Platz und noch wichtiger…..direkten Seeblick!
Den Anreisetag haben wir erst einmal damit verbracht, Einkäufe zu erledigen und uns in unserem vorübergehenden neuen Zuhause einzurichten.
Die nächsten größeren Supermärkte gibt es in ED, ca. 30 km von Rörviken (unserem Standort) entfernt und ein kleinerer Landhandel für das Nötigste, der aber eigentlich auch erstaunlich gut bestückt ist, ist in ca. 5 km in Nössemark zu erreichen.
Jetzt konnte die Erholung  endlich starten….und los ging es den riesigen See bzw. die Bucht von Rörviken zu erkunden.
Sonntag 26.05.2013
Es stand die erste Ausfahrt mit dem 9PS Motorboot an, die Sonne schien und es blies nur ein laues Lüftchen, während in „Good Old Germany“ Dauerregen angesagt war.
Über Google Maps hatte ich mir im  Vorwege schon eine große flache Bucht ausgeguckt, von der ich dachte, dass es hier nach der Laichzeit eigentlich gut rocken sollte…aber absoluter Totentanz….was wir auch für Köder nahmen, es tat sich nichts ….einen Hecht konnten wir im seichten, super klaren Wasser ausmachen, aber der stand nur gelangweilt in der Gegend rum und hatte scheinbar keinen Hunger ;-)
Also weiter ging’s in die nächsten Buchten und hier platze dann auch der Knoten….binnen kürzester Zeit kamen gleich ein 89er und ein 90er ins Boot, beide auf Jerkbait und noch ein paar kleinere in der 50er Klasse….für den ersten Tag an diesem Riesen Gewässer waren wir sehr, sehr zufrieden…allein die Kulisse, die der See zu bieten hat, übertrifft wirklich vieles und lässt sich vielleicht mit „Kanada Light“ beschreiben, obwohl wir hier noch nicht waren.
Nachdem der zweite größere Hecht an einem kleinen Wasserfall releast wurde, lies sich plötzlich der Motor nicht mehr anschmeißen….da standen wir nun, mitten in der Wildnis und wussten nicht wie wir weg kommen sollten.
Nach ein paar Telefonaten konnten wir glücklicherweise unsere Urlaubsnachbarn per Handy erreichen und nach genauer Beschreibung, wo wir steckten, kamen sie und schleppten uns ab.
Wie sich später am Steg und beim Auseinanderbau des Motors herausstellte, war es dann kein großes Problem und so sollten die nächsten Tage sicher sein….
Abends haben wir dann noch unsere Retter auf nen Bierchen eingeladen und waren frohes Mutes, was da noch alles kommen sollte.

Montag 27.05.2013
Wieder sind wir relativ früh aufgestanden und sind bei leichtem Morgendunst in See gestochen. Heute kamen die Hechte nicht geballt, sondern haben sich schön über unsere Tagesangelzeit verteilt….es gab 5 Hechte von 66-89cm. Besonders schön war der 75er von Natascha…..ein echter Feinschmecker!
Natascha hatte als Köder einen Swimbait von Hart im Refo-Design gewählt…nicht die schlechteste Wahl, wie sie sich auch die nächsten Tage herausstellte. Beim Landen des Hechtes (auch dieser war wieder sehr dunkel gefärbt) spuckte uns dieser erst einmal eine halbverdaute, nicht unbedingt gut riechende Forelle entgegen….und wir konnten immer wieder Forellenschwärme ausmachen...dieses Wissen wollten wir in den kommenden Tagen nicht ungenutzt lassen….
Der Motor lief jetzt gut, nicht perfekte aber zuverlässig….ein beruhigendes Gefühle, da unsere „Abschleppnachbarn“ bald abreisen würden ;-)

Dienstag 28.05.2013
Dieser Tag wurde als angelfrei auserkoren, also  entspanntes Frühstück Zuhause und dann Pläne schmieden, was wir entdecken wollen.
Bengsfors sollte es werden. Kurz hinter Nössemark fährt im Halb-Stunden-Takt eine Fähre über den Stora Lee, um auf die andere Seite zu kommen, das spart ordentlich Kilometer, bietet wieder einmal ein beeindruckendes Panorama und ist typisch undeutsch umsonst! Die Strecke nach Bengsfors ist wunderschön und führt an zahlreichen kleineren und größeren Seen vorbei…hier und da eine kleinere Häuseransammlung im traditionellen Schwedenrot.
In Bengsfors dann die kleine Stadt erkundet…sofern man denn Stadt sagen kann…alles hübsch und beschaulich…so langsam merkt man wie man runterkommt und einen Gang zurückschaltet….das Arbeits- und Alltagsleben verschwindet immer mehr aus dem Kopf.
Die Rückfahrt haben wir dann außen rum um den Stora Lee gewählt, um die Gegend  zu bewundern und um in Ed noch den örtlichen Tackledealer zu besuchen, den es dort geben sollte.
Nicht zu übersehen, direkt an der Hauptstrasse konnten wir das etwas angeranzte Schild ausmachen…also schnell parken und rein.

Irgendetwas stimmt hier nicht…nur Second Hand Klamotten aber kein Tackle! Schiette, wir wollten doch noch etwas aufrüsten, da fast alles, was irgendwie einer Forelle ähnelte zuhause geblieben war….Man(n) sollte eigentlich immer alles mitnehmen ;-)
Nach einem kurzen netten Gespräch kam heraus, das der Angelladen auch etwas aufgerüstet hat und umgezogen ist….nicht weit weg ...vielleicht 2 km direkt beim Ortseingang neben der Bowlingbahn und der Shell Tanke….hier waren wir richtig…und Deviator gab’s für sagenhafte 50 Kronen….lecker lecker, da freut sich die Köderwand!

Mittwoch 29.05.2013
Als wir am frühen Morgen durch das Pladdern des Regens an der Fensterscheibe wach wurden, entschieden wir uns heute nicht mit dem Boot raus zu fahren, sondern lieber die kleinen Seen, die in der Angellizenz inkl. sind, zu erkunden. Nach einem reichhaltigen Frühstück haben wir unser Barschgeschirr zusammengepackt und sind über Stock und Stein auf die Suche nach „See Nr. 7“ gegangen. Dies war gar nicht so einfach, da wir ihn nicht gefunden haben….zwischendurch stand plötzlich ein verdutztes Reh vor uns, ich weiß gar nicht wer sich nun von uns am meisten erschrocken hat. Das Reh und wir standen uns jedenfalls einen Augenblick völlig paralysiert gegenüber und erst als ich an meiner Kameratasche kramte, setze sich die braune Schönheit in Bewegung und verschwand wieder in den Tiefen des Waldes.
Nach einer guten Stunde….vielleicht waren es 1,5 Std. standen wir dann endlich an dem völlig einsamen von Wald umgebenen See. Wir waren vorher einfach an ihm vorbei gelaufen und haben einen Weg gesucht,,,,, den gibt es aber nicht, man muss sich durchs Unterholz kämpfen….war wirklich sehr spannend, da man überall die Hinterlassenschaften von Elch, Wildschein & Co entdecken konnte und man wusste…..man ist nicht allein ?
[Der Regen wurde immer stärker und wir waren gespannt, was uns der See bringen würde, jedenfalls hatten wir den Eindruck, dass wir hier die ersten Menschen sind, die das Ufer betraten…
Gleich beim ersten Wurf mit einem Stickbait gab es die ersten Attacken im Freiwasser…super spannend! Und gut einen Meter vor meinen Füßen stieg der erste Dickbarsch ein, gefolgt von 4 weiteren Kumpels der gleichen Größe. Unglaublich! Was geht denn hier ab?!
Auch bei den nächsten Würfen und Plätzen gab es immer wieder Attacken auf die schnell geführten Köder. Wir hatten den Eindruck, als ob die Barsche hier noch nie einen Kontakt mit einem Kunstköder hatten…wahrscheinlich war dem auch so.
Innerhalb kürzester Zeit konnten wir 4 große Barsche der 40er Klasse fangen und Natascha konnte Ihren PB auf 39cm …das alles in 1,5 Std. Angelzeit….der See schien voll mit 40er Barschen zu sein. Die Hechte, die wir hier als Beifang hatten, waren eher in die Kategorie Schniepel einzuordnen. Wer weiß was passiert wäre, wenn wir mit Jerks und Co. am Wasser aufgetaucht wären?!
Die hardcore releaser mögen uns verzeihen, aber aufgrund dessen, dass der Bestand an großem Barschen unerschöpflich schien und wir uns die 2 Wochen von Fisch ernähren wollten, kamen sie für die Pfanne mit….was gibt es eigentlich leckeres als gebratenes Barschfilet?!
Nach dem langen Fußmarsch und dem erfolgreichen Angeltrip sind wir dann völlig durchnässt wieder zurück zum Haus und ließen unsere durchgeweichten Klamotten trocknen.

Donnerstag 30.05.2013
Am 6. Schwedentag sind wir ins nahe gelegene Norwegen gefahren und haben uns die Stadt Halden angeguckt. Um es kurz zu machen: Nicht sehr schön, teuer, langweilig und der Tackledealer vor Ort war auch nicht sonderlich gut ausgestattet
aber dies spiegelt natürlich eine Momentaufnahme unseres Besuchs wieder…vielleicht gibt es dort auch schöne Ecken, die wir nicht gesehen haben. Schön war jedenfalls wieder einmal die Fahrt dorthin. Große Seen, kleine Bäche und unendlich viel Gegend?.
Gegen Nachmittag, mittlerweile hatten wir wieder Sonne pur, sind wir mit unserem Hechtgeschirr auf den Stora Lee raus gefahren….es lief sehr zäh. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt und das Wasser glasklar, also entschieden wir uns, ganz aus der großen Bucht raus zu fahren, in der Hoffnung, dass draußen auf dem Stora mehr Bewegung ist….aber auch hier tote Hose! Halt! Stimmt nicht!!! Um uns herum wimmelte es plötzlich von steigenden Forellen, überall sprangen sie aus dem Wasser und wir hatten nur unser Hechtgeschirr mit. Trotzdem konnten wir mit großen FZ-Blinkern und 5er Mepps  einige Forellen überlisten und ein  Hecht war dann auch noch wieder dabei…..
Nach dem Abendbrot, ich weiß gar nicht mehr was es gab? Barsch, Forelle…egal, war bestimmt lecker ;-)
sind wir wieder zum Steg mit nem Glas Wein und einheimischen Bier und wollten dort den Abend ausklingen lassen….meine Barschrute hatte ich noch mal mit zum Steg, um zu gucken, ob hier in der Bucht nicht vielleicht auch ein Dickbarsch gefallen an meinem Stickbait findet…und es dauerte nicht lang, da bekam ich wohl den aufregendsten Biss des ganzen Urlaubes. Der Stickbait wurde bestimmt 20-25 Meter von „irgendwem“ direkt unter der Oberfläche verfolgt….es sah aus, als ob der weiße Hai auf der Jagd ist…..was für eine spannende Angelei….leider ist der Fisch kurz vom Steg abgedreht….hatte er Lunte gerochen? Also wieder den Köder rausgefeuert und das Spiel begann von vorne….10 m lief der Köder wie gewünscht im „Walkt the Dog Style“ über die glatte Wasseroberfläche als plötzlich wieder die Verfolgung aufgenommen wurde…..und kurz vorm Steg kam dann endlich die Attacke…es kam mir vor wie eine kleine Ewigkeit! Meine erste Forelle auf einen Stickbait. Bis zu diesem Urlaub habe ich eigentlich nie viel mit diesen Ködern gefangen….wohl dessen geschuldet, dass sie zu selten am Ende der Schnur waren…..dies wird sich jetzt ändern.
Der Tag hatte uns 4 Forellen und einen Hecht beschert und wir wurden weiterhin mit gutem Wetter verwöhnt (wie sich am Ende der Reise herausstellte hatten wir nur 1,5 Regentage).

Freitag 31.05.2013
Wieder ein einsamer Tag auf dem Wasser. Rückblickend haben wir in den ganzen zwei Wochen nur 3 Boote gesehen. Unseres, das unserer Retter vom ersten Tag und ein einheimisches Pärchen, welches wohl eine Ausfahrt gemacht hat. Wieder einmal war der Himmel super blau und nur von wenigen Schön- Wetter-Wolken unterbrochen.
An diesem Tag sollten auch die Fische wieder etwas größer werden. Natascha konnte in Ihrer Lieblingsbucht auf Ihren Lieblingsköder (Forellen-Swimbait) einen 90er aus der flachen Uferzone zaubern und vielleicht eine halbe Stunde später gab es für mich auch einen feisten Einschlag auf den neuen Buster im Regenbogenforellendesign….das Maßband blieb bei 91cm stehen….und der Buster hat vor Schreck ein Auge verloren ;-)
Nach diesen Fischen ging dann aber erst einmal gar nichts mehr, bis sich ein 60er erbarmte. Dieser hat sich bei Natascha einen pinken Salmo Slider (Västervik-Edition) geschnappt….

Samstag 01 .06.2013
Der Samstag stellte sich dann als wärmster Urlaubstag heraus, mit 26°C ist das wohl schon Hochsommer in Schweden.
Nachdem unsere super nette Vermieterin mit neuem Benzin für unser Boot gekommen  ist, haben wir wieder einmal den Angelladen in Ed besucht, um noch etwas aufzurüsten….die Deviator für 50 Kronen haben mir keine Ruhe gelassen und es sollte noch ein Mefoblinker für die Forellen sein.
Auf der Rückfahrt sind wir dann noch mal zu dem Großbarschsee gefahren, diesmal haben wir den Weg auch schneller gefunden ;-)
Leider ging es nicht so weiter, wie bei unserem ersten Besuch an diesem Kleinod. Vielleicht lag es an dem heißen Wetter? Vielleicht war es aber auch unsere Selbstsicherheit, die uns dann nur ein paar kleine Barsche und Hechte bescherte….
Erschrecken lies mich dann noch eine kleine Schlange, die übers Wasser genau auf uns zusteuerte, an meinen Füßen vorbei und dann im Unterholz verschwand, noch ehe wir die Kamera zur Hand hatten…..ja, man war nicht allein…..
Der restliche Tag war dann relaxen am Steg angesagt und Natascha war sogar im Stora Lee schwimmen.

Sonntag 02.06.2013
Nachdem uns am Morgen ein drohendes Gewitter vom Wasser gejagt hat, sind wir noch an einen kleinen See um die Ecke gefahren, den es auch noch zu beangeln galt. Vielleicht warten hier auch wieder dicke gestreifte?
….das Gewitter war auch nur eine Ente, der Himmel riss wieder auf und das Sommerwetter verwöhnte uns weiter….
 Nö. Natascha: 1 Hecht, zwei kleine Barsche / Ich: 2 Hechte
    Am späteren Abend haben wir dann noch mal unsere 1-2 Lieblingsbuchten angesteuert….hier gab´s dann noch mal nen  85erund nen 60er für mich und Natascha wurde mit Aussteigern gequält….nen 65er blieb dann aber doch noch hängen, und bescherte einen für seine Größe rasanten Drill….welcher Köder bei Natascha wieder punktete brauche ich wohl nicht zu erwähnen….richtig…die Forelle….derweil sieht sie schon richtig schön geschunden aus…die Forelle, nicht Natascha ;-)

Montag 03.06.2013
So langsam tat mein Handgelenk vom Dauerjerken weh, und zur Schonung haben wir eine Erkundungsrundtour gestartet, um auch noch etwas anderes als den See zu sehen.
Die Tour ging wieder über die „FürUmmeFähre“ Richtung Bengsfors, dann weiter-?Amal?Haverud?Mellerud?Bäckefors?Ed?Rörviken .
Die Tour war landschaftlich wieder mal sehr schön, einsame Straßen führten uns von Ort zu Ort (gibt es in Schweden eigentlich Verkehrsnachrichten, wenn ja, fallen die wohl sehr kurz aus).
Das schönste Städtchen war Amal, dort hatten wir für „teuer Geld“ nen Stück Kuchen und Kaffee direkt am Hafen.

Auf der weiteren Fahrt hatten wir gedacht, dass man von der Touriautobahn den Vänern sehn kann, aber der versteckte sich geschickt hinter kleinen Wäldern und so mussten wir richtig suchen, bis wir an diesem Riesen See standen…..und wir dachten, der Stora ist groß….ich meine gelesen zu haben, dass er 100 km lang ist.
Die Tour dauerte 4 Stunden und war dann nicht so spannend, wie wir es uns erhofft hatten. Interessant war noch ein Boots-Bahn-Gebilde in Haverud.
Beeindruckendes Bauwerk wie ich finde, leider kam kein Schiff des Weges, als wir vor Ort waren….hier mal zwei Bilder mit und ohne….
Abends nach einer weiteren Fischmahlzeithaben wir uns noch einen See angeschaut, aber an diesen kam man auch nicht sonderlich gut ranund wir nutzen die Meter als Verdauungsspaziergang bei schönem Sonnenuntergang…wenn man überhaupt Untergang sagen kann…eigentlich war es 22 Std. am Tag hell.

Dienstag 04.06.2013
Da der Bereich, an dem meine Hand am Arm angebracht ist, immer noch zwickte und zwackte,  wollte ich den Tag ohne Jerke nutzen und tackelte meine normale Gerte auf. Da Forellen am See scheinbar die Leibspeise der Hechte waren, designte ich mir mittels Edding kurzerhand noch eine Refo.
Ich hatte zwar noch zwei castaics dabei, aber aufgrund des ganzen Totholzes, hatte ich etwas Angst diese Köder zu versenken.
Das auch Gummi am Stora Lee funktioniert zeigte gleich der zweite Wurf, der einen 70er Hecht auf die Eddingforelle brachte….der weitere Tag lief dann auch wieder recht kurzweilig und wir konnten einige Hechte bis 79 cm und ein paar Forellen verhaften. Der erhoffte Schwedenmeter lies aber weiter auf sich warten…..
Mittwoch 05.06.2013
Es sollte ein zäher Tag werden, bei bestem Wetter und kristallklaren Wasser haben wir alles versucht, was unsere Köderboxen hergaben…es ging so gut wie nix…Die Sicht war wie im Aquarium, wir konnten die Forellenschwärme (8-15 Stk.  pro Schwarm) unterm Boot sehen und ein Hecht kam gute 10 x bis ans Boot hinter dem Jerkbait her geschwommen und drehte dann wieder gelangweilt ab. Wenn es mal Bisse gab, waren die so spitz, dass sie nicht hängen blieben.
Immerhin konnten wir einen guten Meter++ Fisch begutachten, leider nicht bei uns im Boot, sondern nur im seichten Wasser zwischen ein paar Wasserpflanzen versteckt…auch dieser verschwand langsam und unerschrocken in den Tiefen des Sees, als wir zu nah mit dem Boot ran drifteten…..trotz der fehlenden Fänge und der teils doch frustrierenden Aussteiger war es ein spannender Tag….wo kann man schon so viele Hechte beim chillen beobachten…bei uns am heimischen Hausgewässer jedenfalls nicht.
Schneider mussten wir dennoch nicht bleiben und ein Schniepel und eine Forelle der hiesigen Standardgröße (38cm) erbarmten sich…..

Donnerstag 06.06.2013
Da uns unser Barschsee…der See Nr. 7, die ganze Woche nicht aus dem Kopf gegangen ist, wollten wir noch mal einen Versuch starten….weiterhin in der Hoffnung, dass es noch mal so gut laufen sollte, wie beim ersten Besuch an dem Regentag.
Auf dem Hinweg durch die Pampa ist uns noch etwas sehr Schönes passiert….eigentlich hofft man ja insgeheim  bei einem Schwedenurlaub einen Elch zu sehen (wenn es geht von nicht zu dicht ;-) ) aber als wir übe die gerodete Lichtung kamen, lief plötzlich ein aufgeschreckter Luchs weg…und ein zweiter kam noch hinterher…super schnelle Schwedentiger…leider zu schnell, um sie auf Bild festzuhalten, das wäre wohl zu schön gewesen. Dieses Bild von der Lichtung ist ca. 1 Min nach der Überraschung aus der Wildnis entstanden. Wir waren wirklich geplättet….und auch ohne Fisch wäre dieser Tag durch dieses Erlebnis ein vollkommener gewesen…..Fisch gab es trotzdem ….zwar nicht viel aber einen 37er konnte ich mit kleinen Twitchbait zum Landgang überreden.
Auf dem Rückweg zum Auto hat uns eine coole Kröte viel Spaß bereitet.
Da sich die Fischerei in den für gut befundenen kleinen Buchten als immer schwerer herausstellte, haben wir noch versucht, mittels Driftsack das Freiwasser zu beackern….aber dies war nicht sonderlich erfolgreich und glich eher einem ziellosen Gestocher und blieb erfolglos.
Am Abend waren wir wieder zum Relaxen an unserem Haussteg und ich hatte wie gewohnt die kleine Barschgerte mit. Vielleicht konnte ich noch eine Forelle überlisten….unsere super netten Vermieter hatten da Interesse geäußert und ich wusste, dass die Filets ins guten Händen landen würden…
Was dann aber abging, hätte ich selbst nicht erwartet….durch vereinzeltes Springen der Salmoniden wusste ich, dass ein großer Schwarm in der flachen Bucht unseres Hauses auf der Jagd war…aber sie waren nicht die einzigen Jäger an diesem Sommerabend….einer stand bewaffnet mit seinem neuen Blinker auf dem Steg….und es ging Schlag auf Schlag. Natascha konnte derweil super Bilder von der Aktion knipsen und nach 5 Stück bis 42cm hörte ich dann auf, um es nicht zu übertreiben. Die 42 sollte dann auch die größte Forelle des Urlaubes werden.
Eigentlich ist die Bucht von Rörviken als Hechtbucht bekannt, aber dass hier so viele Forelle hausen, war uns nicht bewusst….es müssen Tausende sein und bietet sicher auch dem Fliegenfischer ein spannendes Erlebnis. Große Seeforellen werden beim Schleppen auf dem offenen Stora Lee erbeutet, eine solche „Süßwassermefo“ konnten wir leider nicht fangen.

Freitag 07.06.2013
Die Zeit rast und unser letzter Angeltag begann. Es war wieder sehr schleppend, die gute Zeit schien vorüber zu sein und man kann jedem empfehlen, die frühen Maiwochen zum Hechtfischen zu wählen, von denen wir wohl die letzten „Ausläufer“ mitbekommen haben. Laut unserer Vermieterin hatten auch unsere Vorgänger super Strecken hingelegt.
Um nicht Schneider zu bleiben, schenkte mir dieses Erstklassegewässer noch einen Mitt60er und Natascha, an einer kleinen Insel, einen von knappen 70 cm.
Der Abschlusshammer war dann, als wir schon kurz vom unserem Steg waren, um anzulegen. Wir wollten unseren allerletzten Wurf in diesem Urlaub machen…zählten Rückwärts von 3…und warfen unsere Schwedenlieblingsköder soweit wir konnten, um den letzten Wurf  voll auskosten zu können.
Ehrlich gesagt habe ich mit keinem Fisch mehr gerechnet als plötzlich Nataschas Rute erneut krumm war…79cm und wie gewohnt auf Ihre Forelle, der Fisch war wieder einmal in super Verfassung und lieferte einen heißen Tanz…..besser konnte der letzte Tag nicht enden.
Danach hieß es mit etwas Wehmut „Koffer packen“.
Insgesamt konnten wir 34 Hechte, 16 Barsche und 14 Forellen fangen….wobei uns der Stora Lee keinen Meter geschenkt hat….aber lieber ein paar 90er,  als nur einen mit nem Meter ?

Samstag 08.Juni
Nun war es soweit, und der Urlaub sollte fast vorbei sein, wir übergaben noch unter großer Freude unserer norwegischen Gastfamilie die versprochenen Forellenfilets….
Morten, der Mann von Heidi, hat auch schönes Hobby, welches nichts mit Fisch zu tun hat…sieht aber auch lecker aus.
Wie schon bei der Hinfahrt, ging es wieder bei Sonnenschein von Göteborg zurück nach Kiel….natürlich mit dem besagten Candlelightdinner….
Der erholsame Angelurlaub wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben?

 

Stephan Mohr
10.06.2013

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