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ANGELREISEN!

Ihr Spezialist für Angelreisen weltweit

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21.07.2010
16:32

Neuer Nautnes-Rekord

Im März 2010 fuhren 8 Petrijünger aus Brandenburg nach Nautnes. Dieser Trip sollte unvergesslich werden. Sie berichten fast Unglaubliches. Versprochen: kein Anglerlatein!


„Lust auf Leng“ war im Frühjahr 2010 das Motto von uns acht Petrijüngern aus Netzen, Grebs und Prützke (Gemeinde Kloster Lehnin) sowie Detmold. Da wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit „Angelreisen Hamburg“ gemacht haben (wir waren 2006 die ersten Gäste in Mehamn über Angelreisen Hamburg), nutzten wir das Frühjahrsangebot und wählten das Camp Nautnes an der Westküste Norwegens als Destination. Gerade im Ausklingen des ungewöhnlich harten Winters in Norwegen, eine gute Wahl aufgrund der kurzen Autofahrt von ca. einer Stunde, mit dem bis unters Dach beladenen Renault Master, von Bergen nach Nautnes.

Los ging es am 09.03.2010 via Hanstholm-Bergen. Mittags im Camp angekommen stand für alle fest, keine Zeit zu verschwenden, Pension beziehen und Koffer in die Ecke, Angeln raus und die beiden Boote klarmachen. Bei typischem Märzwetter mit allen Varianten von Niederschlag ging es zwei Stunden später endlich raus in Richtung Fisch. Im Vorfeld wurden die prädestinierten Spots auf der Seekarte studiert und verinnerlicht. Nachdem wir die Schären passiert hatten, empfing uns eine vier bis sechs Meter hohe Dünung gepaart mit einer unangenehmen Windsee und allen wurde klar, die kommenden Tage werden kein Spaziergang. Das Ergebnis der ersten Angelstunden war für den Anfang nicht schlecht, aber Zielfische waren noch nicht dabei (30 Lumb bis 4 kg, 5 Leng bis 4 kg, 1 Köhler 5 kg und 2 Rotbarsche bis 49 cm).

Tolle Strecke

Für die nächsten Tage stand also auf dem Plan, die großen Jungs zu suchen und die “Lumbscharen“ zu meiden. Dies gelang uns nur zögerlich, denn 45 Lumb bis 6 kg füllten am Folgetag deutlich unsere Kisten. Aber endlich waren zwei bessere Leng dabei: 7,5 kg 106 cm und 6 kg 100 cm. Also mit dem Meter war das erste Etappenziel erreicht. Nun sollte der 20-Pfünder folgen!
Auch der stetige Wind um die 5 - 8 m/s aus West bis Nordwest und überkommendes Seewasser sowie zugeschneite Boote konnten uns nicht auf der Couch halten. Also Arschbacken zusammenkneifen und in die über Nacht wieder  halbwegs trockenen Overalls gestiegen. Nach 40-minütiger Fahrt und kurzer Angelei begrüßte Andy mit kleinem Erfolgsschrei den ersten Zielfisch: Leng 10 kg 120 cm. Na bitte! Dazu gesellten sich noch weitere von 8,5 kg 113 cm, 8 kg 110 cm und 7 kg 109 cm. Nur die „Lumbenbande“ schüttelten wir noch nicht ab.
Beflügelt von unserer Steigerung studierten wir beim allabendlichen Drink nochmals vermeintliche Fangstellen in der Karte mit ähnlichen Naturverhältnissen. Rinnen, Kanten und Plateaus mit Tiefen von 140 – 200 Metern. Ab 140 Metern „zuppeln“ jedenfalls merklich weniger Lumb an den Ködern.

Links Nobi 25 kg und rechts Jacob 21,5 kg

Bei ungewohntem Sonnenschein ging es am 13.03. wie fast immer gegen 8.00 Uhr morgens raus. Heute peitschte lediglich Spritzwasser des gewaltigen Swells in unsere Gesichter und wusch auch die letzten Reste angetrockneter Makrelenfetzen vorheriger Angelfahrten von den Anzügen. Mit unserer Standardbebleiung von 800 – 1000 Gramm kamen wir aber einigermaßen klar, auch wenn der Schnurwinkel primär in der Springzeit beim stärksten Nordstrom, nur 30 – 40° zur Oberfläche betrug. 150 Meter, 170 Meter, felsiger Grund und schöne Strukturen auf dem Plotter - hier muss was gehen. Die doppelten 6/0er Mustad und den 12/0er Wallerhaken garniert mit Fetzen oder Köpfen von Makrele und einer guten Portion Lumb, dazu obligatorischen Leuchtkram und ab in die Tiefe mit unseren Eigenbaumontagen. Seit Mitte der 90er Jahre stetig optimiert und bewährt in vielen Revieren von Mehamn über Leka und Hitra bis Halsnoy. Wenige Kabellängen westlich vom Spot des Vortages sollte es krachen.
Zwei krumme Ruten im Nachbarboot. Da wir in Rufweite waren hörten wir plötzlich Jakobs fluchen: „Das war kein Fisch, das war ein Raubtier!“ Bruch der 32er Hauptschnur. Doch an Andi’s Prion Boat stampfte noch so ein Kaliber. In den Wellen war es ein Geben und Nehmen. Während der ersten Viertelstunde war der Fisch nicht wirklich vom Grunde zu lösen. Was für ein Zug, eine Augenweide. In Andi´s klamme Hände kam ein wenig Farbe, ebenso in sein Gesicht. Nun gut, wir fuhren die Stelle neu an und nach 30 Minuten unserer Drift kam Skipper Marcel längsseits mit erhobener Faust. Andi zerrte den Kopf des Leng nach oben und sagte, dass ein Sack Zement leichter sei. Tatsächlich brachte dieser Fisch mit 160 cm satte 28 kg auf die Waage. Der Bauchumfang betrug 79 cm. Dieser kapitale Leng war der neue Nautnes-Rekord.
Motiviert von diesen beiden Kontakten sollte es jetzt richtig losgehen – und wie es losging. In den nächsten drei Stunden folgte ein weiterer Doppeldrill aus 180 Metern mit Fischen von 18 kg 145 cm und 17 kg 135 cm sowie Exemplaren von 14 kg 130 cm, 12 kg 123 cm, 2x 10 kg, 1x 9 kg und 1x 8 kg. Anglerherz was willst du mehr?!

Andi mit Nautnes Rekord

Sogar Otto, der Anlagenchef, begutachtete am Abend die fette Lengdame und nahm sich den Fänger mit einem unheilvollen Schluck zur Brust. Skoll!
Glücklich und erschöpft beschlossen wir zur Halbzeit einen entspannten Seemannssonntag im Camp zu verbringen. Die Windvorhersage von 12 m/s für den nächsten Tag lag auch im Grenzbereich und so schöpften wir am folgenden Montag aus dem Vollen.
Angekommen am ca. 6 Hektar großen Hot Spot waren wir wieder ganz für uns allein. Aufgrund des Wetters waren so gut wie keine Boote zu sehen. An diesem denkwürdigen Tag angelten wir uns endgültig in einen Rausch mit 16 Leng über der Metermarke. Allein Jakob kämpfte an diesem Tag über 3 Stunden mit 7 kapitalen Leng. Er kam abends kaum die Treppe hoch und wird diesen Tag sicher nie vergessen. Der König des Tages war ein lupenreiner 50-Pfünder mit 160 cm von Norbert, gefolgt von Jakobs 42-Pfünder mit 140 cm. Diese Fische kämpften in den ersten Minuten um jeden Zentimeter und forderten Mann und Material einiges ab. Die mehrere Meter hohe Dünung war ständiger Begleiter und die Brecher der Windsee klatschten Beifall. Ebenso zum Tagesfang gehörten Leng von 17,5 kg 139 cm, 15,5 kg 129 cm und 13,5 kg 127 cm. Die „Kleineren“ von 8-12 kg gingen in dieser Stunde der Euphorie fast ein wenig unter. Ebenso wie die schönen Seehechte bis 7 kg und 100 cm. Was für eine Angelei in diesem fantastischen Revier mit den absolut rauwassertauglichen 18-Fuß Booten mit sparsamen 25 PS 4-Takter.

Auch an den letzten Tagen riss unsere Fangserie nicht ab. Jetzt mit ausnahmslos 1,2 Millimeter starker Vorfachschnur konnte sich richtig ins Zeug gelegt werden. Kochi´s weiße Inliner mit einer 10 kg Formula bezwang nach hartem, kompromisslosem Drill einen Fisch von 24 kg 154 cm. So krumm hab ich die Gerte noch nie gesehen. Geil!
Glücklicherweise schnurrten die E-Multis ihr Lied nur selten, denn Eindrehen ohne Fisch war sporadisch. Diverse weitere Leng bis 16 kg rundeten unser Anglerglück ab. Unser Kumpel Wolfgang, zum ersten Mal in Norwegen, staunte nur über das tägliche Räuber-Potpourri und die müden Arme mit schüttelndem Kopf.

In der Fangstatistik waren am Ende 46 Leng über 1 Meter mit einem Durchschnittsgewicht von 12 kg und einer Durchschnittslänge von 1,19 Meter!
Dies alles bei einer täglichen Angelzeit von 5 bis 6 Stunden. Gegen einen kleinen Obolus ging ein Teil unseres Fangs an Mitstreiter im Camp, zur Entlastung der Urlaubskasse. Manch einem waren die Wellenberge wohl nicht ganz geheuer. Dank unseres Präparators Norbert Kuche aus Berlin ziert der Siegerfisch von Andi als Ganzpräparat und der zweitgrößte Fisch von Norbert als Kopfpräparat unsere Angelecke und lässt uns oft zurückdenken an eine unglaubliche Fischerei vor Nautnes und den Geschmack von Salzwasser.
Vielen Dank an Heinz, den Anlagenbetreuer, der uns oft zum Schmunzeln brachte, für den Service. Wir sehen uns wieder!
PETRI HEIL!

Tino Moritz
Andreas Braune
Wolfgang Kähne
Michael Schnabel
Jakob …
Norbert Hübner
Marcel Koch
Jens Hübner

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