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15.07.2009
00:00

So angeln Sieger...

1. Angelreisen Lengfestival in Nautnes Norwegen vom 24.06.09 bis 01.07.09

Am Montag, den 22.06.09 fuhren wir Horst, Walter und ich, Bernhard, Richtung Dänemark – Hirtshalts los. Die fast 1200 km schafften wir in einer 12-stündigen Nachtfahrt ohne Probleme.


Unsere Fähre in Hirtshalts hatte eine halbe Stunde Verspätung. Dann stachen wir endlich in See. Wir bezogen unsere Kabine und legten uns erst mal aufs Ohr, denn wir merkten plötzlich, dass wir sehr müde waren.
Um 18.00 Uhr trafen wir uns dann wie verabredet zum skandinavischen Abendbüffet. Im Speisesaal wurden wir von Haiko Stephan und Christian Kracke von Angelreisen Hamburg, Heiner Giesel und Horst Henning vom Daiwa-Cormoran-Team sehr herzlich begrüßt. Bei einem gemeinsamen Abendessen lernten wir uns ein bisschen kennen und wurden über den Ablauf des Lengfestivals informiert. Das Essen auf der Fähre war sehr gut und abwechslungsreich mit viel Fisch und anderen Meeresbewohnern.
Das Bier war all inklusive, so dass es ein lustiger Abend wurde. Am nächsten Morgen gingen wir zum Frühstückbuffet und kamen dann ausgeruht wie nach einer Nacht auf dem Traumschiff in Bergen/Norwegen an.


Nach der Zollkontrolle fuhren wir zum Angelcamp Nautnes, welches wir nach ca. 1 Stunde Fahrzeit erreichten. In Nautnes wurden wir von Heinz, dem Betreuer und Verwalter der Anlage sehr freundlich begrüßt.
In Rekordzeit räumten wir unsere Küche und Zimmer ein. Dann trafen wir uns zu einer kurzen Einweisung der Boote. Heinz verwöhnte uns mit frischem geräucherten Lachs. Christian erklärte uns nochmals den Ablauf des Nautnes-Lengfestivals aus anglerischer Sicht. Der Rest des Mittwochs war zur Köderfischbeschaffung und zum Trainieren gedacht.
Wir fuhren in den Hjelte Fjord und fingen an der Stange unsere Köder für den nächsten Tag.


Am Donnerstagmorgen um 5.30 Uhr klingelte der Wecker und kurz nach 7.00 Uhr ging es zur ersten Ausfahrt. Der erste Angeltag war ernüchternd. Wir fingen nur kleine Lumb. Auf den Booten war es sehr warm – über 20° C und es gab fast keine Drift. Am Abend versorgten wir unsere Fische. Das Betreuerteam sorgte abends für Unterhaltung.
Heinz machte an einem Abend frische Shrimps und an einem anderen Abend selbst gefangene Krabben und am letzten Abend überbot er sich selbst mit einem norwegischen Dinner vom Grill.
Das Daiwa-Cormoran-Team versorgte uns ständig mit neuen Tipps zu Geräten, Vorfächern und Ködern. Horst Henning machte für uns extra einen Abend an dem er uns alle wichtigen Angelknoten zeigte, die man auf dem Boot braucht und auch auf dem Boot binden kann. Außerdem konnten wir uns seine Heilbutt-DVD ansehen. Jedes Angelteam durfte kostenlos einen Tag eine Inlinerrute mit Elektrorolle vom Daiwa-Cormoran-Team testen.


Am Tag an dem wir das Gerät zum Testen an Bord hatten wollte keiner von uns mehr seine normale Multirolle benutzen. Es ist schon eine sehr große Erleichterung, wenn man seine Leerfahrten ohne Fisch mit Knopfdruck hochspulen kann und nicht sein 500 g Blei aus 200 m Tiefe mühevoll hochkurbeln muss. Nach diesem Tag war uns klar, dass unsere nächste Multi, die wir uns kaufen, eine elektrische ist. So verging Tag um Tag. Wir fingen Köhler, Schellfisch, Pollack, kleine Dorsche und viele kleine Lumb. Nur mit dem Leng wollte es nicht so richtig klappen (74 cm, 79 cm). Mindestmaß für die Wertung war 80 cm. Dann endlich fing Horst einen schönen Leng von 139 cm und 13 kg.

Am letzten Tag hatten wir uns vorgenommen noch einmal alles zu geben. Viele von unseren Angelkollegen hatten schon ihre Boote geputzt und fuhren an diesem Tag nach Bergen. Wir fuhren von der Anlage an eine Stelle, an der wir schon Lengkontakt hatten und ich in den letzten Jahren schon viele schöne Leng gefangen hatte. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis wir die Stelle gefunden hatten. Dabei handelt es sich um einen Unterwasserberg auf dessen Spitze es 170 m tief ist. Wir ließen uns den Berg herunter treiben bis ca. 220 m. Bei der ersten Drift biss bei Horst ein kleiner Lumb in 190 m Tiefe. Beim Hochkurbeln haute bei ca. 170 m ein großer Fisch in die Montage und nahm Schnur.
Nach einer Viertelstunde konnten wir den kleinen Lumb und am Beifänger einen schönen Leng von 145 cm und 18,96 kg fangen. Sofort setzten wir noch mal zurück auf den Punkt, den wir im GPS gesetzt hatten.
Wir ließen unsere Montagen ab und hatten fast gleichzeitig einen Hammerbiss. Die Fische nahmen richtig Schnur von unseren Rollen und brachten unser Boot außer Kurs. Ich stoppte meinen Fisch nach ca. 30m Flucht und fing an ihn hoch zu kurbeln. Dabei spürte ich, dass der Fisch sich in meine Montage eingewickelt hatte und mit dem Schwanz gegen mein Vorfach schlug. Das machte mein 80er Vorfach nicht lange mit und riss ab. Auch bei Horst war es ähnlich. Plötzlich war das Vorfach ab. Nun hatte nur noch Walter seinen Fisch an der Angel. Er drillte ganz vorsichtig ca. eine halbe Stunde, denn er hatte nur ein 60er Vorfach. Plötzlich kam etwas Weißes aus der Tiefe und tauchte wie in U-Boot durch die Wasseroberfläche auf.


Ich nahm das Gaff und gaffte den Riesenleng. Da ich nicht in der Lage war, den großen Fisch von 1,68 m und 22.5 kg alleine ins Boot zu befördern, half mir Walter mit unserem zweiten Gaff. Nach einem Freudengeschrei im Boot wollte ich natürlich auch noch einen fangen.
Wir setzten zurück, runter, Biss, Anschlag, Flucht und diesmal hielt die 90er Schnur und wir konnten nun schon wie bei Walter geübt einen Leng von 1,59 m und 22.97 kg landen. Wir machten natürlich noch eine Trift, bei der Walter und Horst jeweils einen Leng von 118 cm, 9,46 kg, von 127 cm, 11,54 kg fingen. Ich fing leider nur einen Lumb. Da es schon nach 13.00 Uhr war und die Fische nur bis 15.00 Uhr gewertet wurden, fuhren wir zum Camp zurück.


Als wir unsere Fische im Hafen ausluden, lief das ganze Camp zusammen und konnte es nicht fassen, dass wir zu dritt fünf so große Leng in so kurzer Zeit gefangen hatten. Nach vielen Fotos aus allen Lagen versorgten wir die Fische und machten uns für die Siegerehrung fertig. Wir konnten mit unseren Ausnahmefischen den

1. Platz schwerster Leng, den
2. Platz längster Leng, den
3. Platz schwerster Leng und Lumb und den
4. Platz die meisten Lengfische über 80 cm gewinnen.


Das 1. Nautnes-Lengfestival war für uns der Höhepunkt unseres bisherigen Anglerdaseins mit jeweils dem Fisch des Lebens für Horst, Walter und mich.

Vielen Dank an die Organisatoren. Wir kommen nächstes Jahr gerne zur Pokalverteidigung wieder.


Horst, Walter und Bernhard

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