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13.07.2007
00:00

Rute&Rolle - Testreise: Hechtangeln in Norwegen

Haldenvassdraget – Highlight für Hecht

Dicht an der Grenze zu Schweden bietet Südost-Norwegen ein Räuber-Revier, das sich vor seinen schwedischen Nachbarn überhaupt nicht verstecken muss.

Arnulf Ehrchen und Tobias Norff von der Redaktion Rute&Rolle haben den Hechten des Haldenvassdraget im Juni 2006 auf die Zähne gefühlt.


Tag zwei, morgens um sieben:
Warmes Sonnenlicht scheint durch die Vorhänge ins Ferienhaus Neset. Der Blick aus den noch etwas schläfrigen Augen bestätigt den ersten Eindruck: Traumwetter! Der Ara, so heißt der See, der keine 20 Meter vom Fenster entfernt liegt, zeigt sich von seiner besten Seite. Schnell sind die Augen ganz offen und die Müdigkeit vergessen. Denn unten in den Booten liegen die montierten Ruten schon bereit, scheinen Wobbler, Krautblinker und Gummifische erwartungsvoll in meine Richtung zu schauen. Sie wollen ins Wasser! Also, kurz nen Kaffee und dann ran an die Räuber. Eine Viertelstunde später lege ich gerade meine zweite Schlepprute aus, als Tobias erste schon von einem Hecht herumgerissen wird.
Willkommen im Paradies für Raubfisch-Fans!

Volle Auswahl
Obwohl durch viele Reisen zu guten Hecht-Revieren sicher schon etwas
verwöhnt, waren wir von diesem neuen Ziel sofort begeistert. Denn es bietet genau die Kombination, die für uns Hechtfischen vom Feinsten garantiert: ultrakurze Wege ans Wasser, keine nervenden Bestimmungen (wie Schleppverbote, Angeln nur vom verankerten Boot, Spinnfischen erst ab Oktober), extrem abwechslunsgreiche Gewässerstrukturen – und vor allem einen natürlichen, gesunden Hechtbestand. Dabei ist der Ara (auch Aremarksjøen genannt), den wir eine knappe Woche lang beangelt haben, nur einer von sieben Seen, die zusammen das Haldenvassdraget (auf deutsch: Halden-Wasserzug) bilden. Aber allein dieses überwiegend von wunderschönen, felsigen Waldufern umgebene Gewässer bietet auf über acht Kilometern Länge mehr heiße Hechtecken, als in einem einzigen Urlaub zu beangeln sind. Dabei liegen viele Top-Plätze dicht am Ferienhaus Neset.

Mit dem ersten Wurf
Eine detaillierte Gewässerkarte mit bereits eingezeichneten „Räuber-Burgen” lag bei unserer Ankunft schon auf dem Wohnzimmertisch. Und es zeigte sich schnell, dass die Plätze nicht umsonst markiert waren.
Uns zog es zuerst an die Spitze einer nahen Insel. Wir verankerten das Boot über zweieinhalb Metern Wassertiefe und feuerten flach laufende Wobbler vor die Schilfhalme an der Westspitze des Inselufers. Weit kam mein Köder dabei nicht: Nach drei Kurbelumdrehungen war der erste Hecht am Band. Keiner für Erinnerungsfotos, aber ein Auftakt. Und es ging munter weiter. Als nächstes zog es uns zu einer winzigen Insel, die nur wenige hundert Meter entfernt lag.
Dort besorgte uns Tobias das erste Foto-Modell mit Flossen:
Ein schöner 84er packte spektakulär zu, als Tobias den Wobbler gerade aus dem Wasser heben wollte. Auch an den meisten anderen Stellen, die wir am ersten Tag abklapperten, gab’s ein paar krumme Ruten. Über 20 Hechte, verteilt auf vier Angler wurden es bis zum Abend: viele kleine, aber auch ein paar schöne Fische über 80 Zentimeter. Dabei hatten wir am Ankunftstag nur den Nachmittag und Abend Zeit zum Angeln! Schnell schwirrte die Frage durch unsere Köpfe: Wann kommt der erste Metrige?

Dicke aus dem Dschungel
Christian Kracke von Angelreisen Hamburg, der uns auf der Tour begleitete, hatte vorab höchst interessante Hecht-Infos erhalten: Eine Angelgruppe, die ein paar Wochen früher da war, fing die meisten ihrer vielen guten Hechte in der Verengung, die das Südende des Ara mit dem nächsten See, dem Aspern, verbindet. Top-Taktik: Schleppen mit Wobblern. Klar, dass unsere beiden Boote schnell Kurs auf den zum Teil nur wenige Meter breiten Bereich nahmen.
Doch die rund 40-minütige Reise zur Engstelle wurde in der ganzen Woche nicht ein einziges Mal wirklich belohnt: Die Hechte waren weg. Überhaupt brauchte uns das Schleppen, auch in anderen Bereichen, erstaunlich wenige große Fische. Immer wieder stiegen zwar Hechte bis knapp 80 Zentimeter auf Weißfisch- oder Barschimitate ein, aber viel Arbeit bekamen die Bremsen unserer Schleppmultis nicht.
Anders sah es beim Werfen aus. Die dicksten Hechte drillten wir aus dem dichtesten Pflanzendschungel – zwischen Seerosenblättern, Laichkraut und sogar landseitig davon, mitten in den Binsenhalmen bei einem halben Meter Wassertiefe knallten immer größere Fische auf alle Krautköder, die wir aus der Box holten. Mit Abstand am besten waren aber Spinnerbaits, die nicht nur besonders gut durch das Gemüse liefen, sondern mit ihren Spinnerblättern auch aggressive Bisse provozierten.
Das Warten auf den ersten richtig Dicken hatte schon an Abend zwei ein Ende: Ich hatte Glück und gewann den Ringkampf mit einem fetten 1,07-Meter-Hecht zwischen Binsen, Seerosen und Laichkraut. Zwei Mal katapultierte sich der Kapitale dabei in voller Länge aus dem Wasser – Bilder, die ich auch heute noch immer wieder vor Augen habe. Nach dem Zurücksetzen (vorgeschrieben bei Fischen über einem Meter Länge) blieb ein etwas durchnässter, aber glücklicher Angler mit immer noch zittrigen Knien zurück!

Sie kennen keine Verwandten
Wie aggressiv die Hechte waren, zeigte sich überdeutlich an Tag vier: Tobias hakte einen Fisch auf Spinnerbait, der nach dem Biss eine mächtige Flucht zwischen den Pflanzen hinlegte. Doch damit schien der Räuber sein Pulver schon verschossen zu haben und ließ sich widerstandslos rankurbeln – merkwürdig! Kaum kam der rund 70 Zentimeter lange Hecht in Sicht, schrie Tobias: Da ist einer hinterher! Ein Hecht im Meterformat schwamm dicht hinter dem übel zugerichteten Exemplar am Haken. Und biss sogar noch zweimal zu! Leider drehte der Dicke dann aber ab und verschwand wieder im Dschungel aus Wasserpflanzen. Klar, unsere Köder flogen ohne Verzögerung hinterher. Angelkollege Thordes Hawich, der vierte Mann unserer Reisegruppe, hakte keine fünf Würfe später auch tatsächlich einen starken Fisch. 97 Zentimeter zeigte das Maßband nach aufregendem Drill. Das könnte der Kannibale gewesen sein! Doch in den Pflanzen standen so viele Fische, dass wir es nicht mit Sicherheit sagen können.
Hechte mit frischen Bisswunden landeten übrigens an allen Tagen in den Booten. Offensichtlich hatten die zum Teil auffällig schlanken Hechte erst wenige Wochen vor unserer Reise abgelaicht. Und direkt nach der Hochzeit heißt es den leeren Magen füllen, um wieder zu Kräften zu kommen. Dabei gilt: Wer Hunger hat, kennt keine Verwandten!

 

Barsch auf Bestellung
Gibt es an Räubern nur Hechte im Ara? Nein, auch gezieltes Angeln auf große Barsche lohnt sich. Wir widmeten den Stachelrittern zwar nur ein paar Stunden an den letzten beiden Angeltagen, aber punkteten sofort mit mehreren schönen Gestreiften. Top-Taktik war das Schleppen mit kleineren Wobblern im Barsch-Design. Es brachte unter anderem einen 39er auf dem flachen Rücken, der sich durch die Engstelle zwischen zwei Seen zieht. Den größten Barsch aber erwischte Tobias – wie so viele gute Fische – dicht am Ferienhaus: an der Insel Følingøya. Der Schnitt bei den Barschen lag übrigens bei rund 30 Zentimetern. Wer sich mehr Zeit für die Stachelritter nimmt, den erwartet bestimmt eine klasse Angelei. Auf ein Stahlvorfach sollten sie aber auch mit kleineren Ködern nie verzichten!

 

Von Bissen und Stichen
Obwohl es während unserer Test-Tour Mitte Juni selbst nachts nicht komplett dunkel wurde, erwies sich doch die Abenddämmerung als beste Beißzeit. Wir haben’s zwar auch ganz früh morgens probiert, aber die Hechte schienen doch lieber lange zu schlafen! Ab Tagesschau-Zeit aber gab es Biss auf Biss – besonders in den großen Kraut-Seerosenfeldern.
Allerdings gab’s auch Stich auf Stich, wenn einer vor lauter Drills vergaß,
Mückenmittel aufzutragen. Die blutdürstigen Plagegeister waren kurz vor
unserer Ankunft geschlüpft und mit einem gesunden Appetit gesegnet. Trotzdem ließ es sich selbst in der mückigsten Zeit noch vernünftig angeln – konsequenter Schutz durch passende Bekleidung und Anti-Mückenmittel
vorausgesetzt. Auf keinen Fall sollten Sie sich von ein paar Mücken davon
abschrecken lassen, ein echtes Top-Revier für Hecht zu besuchen!

Arnulf Ehrchen (Rute&Rolle)

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