18.06.2011
16:58

6. Island-Festival: So war es 2011

Angelfestival Island 2011
Angelfestival Island 2011: Der Startschuß

Das 6. Angelfestival Island ist mal wieder ein besonderes Erlebnis gewesen. Von widrigen Wetter und tollen Fängen berichtet Thilo Weiss von Angelreisen Hamburg.

1. Tag: Ankunft und Startschuß

Es ist noch früh am Morgen, als die beiden Propellermaschinen vom Typ „Fokker 50“ in den Eisfjord eindrehen und sicher zwischen brütenden Möwen, Eiderenten und Seeschwalben auf dem kleinen Flughafen von Isarfjördur landen.
Über 80 gut gelaunte Meeresangler steigen aus den Maschinen und einem freudigen und freundschaftlich herzlichen Wiedersehen mit den Betreuern von Angelreisen Hamburg folgen die kurzen Bustransfers nach Sudureyri und Flateyri.
Viele der Festivalteilnehmer haben das Revier vor Sudureyri und Flateyri bereits mehrfach befischt und somit gestalten sich Häuserzuteilungen und Bootseinweisungen schnell und unkompliziert.
Das Wetter ist gut – kühle 5 isländische Grad, doch sonnig mit wenig Wind... „was hält uns noch an Land“ hört man von allen 22 Booten, Boote, die vor hochwertigem Tackle nur so strotzen, denn ausnahmslos alle Teilnehmer sind bestens vorbereitet und topp ausgerüstet. Daher geht es nach einer kurzen offiziellen Begrüßung und einem Petri Heil durch die Betreuer von Angelreisen Hamburg an den Bootsstegen der beiden kleinen Fischerorte raus auf den Atlantik.
Das Dröhnen der 130 PS Dieselmotoren, die 'gen offenem Meer jagen, ist nun verklungen und wir erwarten für Morgen früh die ersten kapitalen Fänge beim Entladen.

Wir bleiben am Fisch!

 



2. Tag: Der erste Wertungstag

Horst Hennings am 1. Wettkampftag
Horst Hennings am 1. Wettkampftag

Pünktlich um 8 Uhr fahren nach und nach die 11 Boote von Sudureyri am Entladekran vor, um 09.00 Uhr folgen die 11 Boote in Flateyri und die ersten Fänge der Nacht werden auf den Pier gehoben.

Trotz des sonnigen, fast windstillen Wetters haben Driftgeschwindigkeiten von zeitweise mehr als 2 Knoten ein konzentriertes Angeln nahezu unmöglich gemacht – die bescheidenen Ergebnisse sehen wir nun in den Fischbehältern der beiden Fischerdörfer – zahlreiche Dorsche mit guten Durchschnittsgewichten bis knapp über 20 Pfund, doch die ganz großen fehlen eben noch.
Auch einige Steinbeißer bis knapp 10 Pfund, der schwerste auf dem Boot des Islandkenners Adrian Butler, ein  ordentlicher Seeteufel von ebenfalls 10 Pfund, gefangen von Holger Hansen sowie einige Schellfische wurden angelandet und finden ihren Weg in die Töpfe und Bratpfannen der Gäste.

Entgegen des Trends der eher bescheidenen Fänge der erfahrenen Gästegruppen haben die Teamangler von Daiwa-Cormoran genau ins Schwarze getroffen. An der äußeren Kante des legendären Eisfjordes konnten sie in 4 Stunden bei einer langen 6 Meilen-Drift eine beachtliche Zahl von kapitalen Dorschen zwischen 20-40 Pfund vermelden. „Unsere Arme schmerzen und der Rücken tut uns vom Drillen weh“ - Eine solch fantastische Fischwaid in den Westfjorden hat selbst der Island-Spezialist Horst Hennings zuvor noch nicht erlebt.

Die Wetterprognosen für die kommenden Tage versprechen fischreiche Tage und Nächte und die bis dato gemeldeten Höchstgewichte werden mit Sicherheit schon bald nach oben korrigiert werden.

Es berichtet Thilo Weiss



3. Tag: Sturm in den Westfjorden

Island Angelurlaub mal anders
5-Pfund Köhler hart erkämpft

Entgegen der eigentlich ganz guten Wetterprognosen zitterten bereits schon heute Nacht die Häuser in den beiden Fischergemeinden Sudureyri und Flateyri – Sturmböen aus Norden und kalte Fallwinde drückten gegen die Hauswände – der Isländische Sommer zeigte sich von seiner eisigen, arktischen Seite.

Die Schneefallgrenze liegt nun bei knapp 50m über den Hausdächern und die weißen Schaumkronen in den beiden Fjorden zwingen die Boote, heute im sicheren Hafen zu bleiben. Wir haben ihn... den ersten Ausfalltag in der bereits 6-jährigen Geschichte unseres Island-Festivals.

Einige kleinere Dorsche, Köhler und Schellfische landeten bei kurzen Ausfahrten in die Fjorde dennoch in den Kisten.

Die Stimmung bei den Teilnehmern ist jedoch bestens, denn der Wettergott scheint uns ab morgen wieder gnädig zu sein. Gegen Mittag soll der Wind komplett einschlafen, so dass Ausfahrten auf das Sandplateau und an die Kanten des Eisfjords wieder möglich sein werden.

Die Boote sind für heute sicher an den Stegen vertäut und die Gäste vertreiben sich die Zeit mit internen Plattfischwettangeln von den Hafenmolen aus, oder einer Shoppingfahrt in die Hauptgemeinde der Westfjorde, Isarfjördur.

Morgen greifen wir wieder an.

Aus den winterlichen Westfjorden - Thilo Weiss



4. u. 5. Tag: Sturmfolgen

Dusko Stupar stemmt stolz seinen kapitalen Dorsch von 54 Pfund

Nachdem der gestrige Tag einen kompletten Ausfall für eine Ausfahrt auf das offene Meer darstellte und die Teilnehmer „nur“ einige Dorsche bis 20 Pfund und mehrere stattliche Schellfische in den Fjorden vor Sudureyri und Flateyri vermelden konnten, fuhren die ersten Boote am Abend bereits wieder weiter raus, um die ruhigere Nacht draußen an der Kante des Eisfjordes zu fischen.
Dies sollte sich auszahlen, denn mitten in der Nacht erhielten die Betreuer von Angelreisen Hamburg einen Anruf vom Boot Bobby 20. Sie hatten kurz zuvor einen wahren Dorschriesen ins Boot hieven können. Die an Bord befindliche Waage bis 25kg war diesem Giganten nicht gewachsen und daher musste Horst Hennings beim morgendlichen Wiegen mit der „großen Waage“ das genaue Gewicht dieses Fanges von Dusko Stupar (Fisherman's Partner Bremerhaven) ermitteln. Das Display der Digitalwaage zeigte stattliche 54 Pfund!

Dieser Fang wäre bereits ein würdiger Festivalsieger, doch sind bereits ausnahmslos alle Boote wieder draußen, wir haben noch 2 Wertungstage vor uns und wir sind in Island... es ist noch alles offen!          
 
Einen tollen „Beifang“ dürfen wir Euch natürlich nicht vorenthalten. Adrian Butler und seine Gruppe überbrückten die stürmische Nacht von Freitag auf Samstag mit einem Abstecher zum Bergsee vor Sudureyri und Adrian konnte bereits nach wenigen Würfen einen wilden arktischen Saibling von knapp 4 Pfund mit einem kleinen Spinner überlisten. Petri Heil zu diesen phantastischen Fang!

Aus den Westfjorden - Thilo Weiss



6. Tag: Der Wind

Ein ordentlicher Steinbeißer von über 13 Pfund - bereits der Siegerfisch in dieser Kategorie?

... hat die Boote und unsere Teilnehmer weiterhin fest im Griff. Ausfahrten waren bis gestern gefahrlos möglich, doch der Spaßfaktor draußen auf dem offenen Atlantik war bei der  hohen Dünung recht begrenzt. Dennoch fuhren mehrere Boote, speziell aus Flateyri, wieder raus, um vor dem bekannten gelben Leuchtturm oder der „Spaßbucht“ zu fischen.

Die Ausfahrten wurden mit Dorschen bis 20 Pfund, Steinbeißern bis 13 Pfund und einer stattlichen Scholle als Beifang belohnt.

Diejenigen, die den Dünungskamm nicht durchpflügen wollten, fischten in den geschützten Fjorden vor Flateyri und Sudureyri und brachten beim morgendlichen Wiegen zahlreiche hübsch gefärbte Tangdorsche, Köhler und einige Schellis zu den Entladekränen der beiden Fischerdörfer.

Die Stimmung bei den Teilnehmern ist trotz der zuschlagenden „höheren Gewalt“ gut und wir hören im Hafen, beim Einkaufen oder Spazierengehen immer wieder die Worte: „die Hoffnung stirbt zuletzt“...

Sollte der gigantische 54Pfund-Dorsch von Dusko etwa doch schon der Siegerfisch sein? Einige Stunden haben unsere Gäste noch, diesen Fang zu überbieten... sie kämpfen gegen Wetter und raue Bedingungen, wie sie es bei den vergangenen 5 Island-Festivals noch nie gab.

Wir alle erwarten beim letzten offiziellen Wiegen um 16 Uhr Isländischer Zeit (18 Uhr mitteleurop. Zeit) den  Endstand dieses von schwierigen Bedingungen begleitete, doch sehr abwechslungsreichen, spannenden Festivals.

Aus den Westfjorden - Thilo Weiss



Das Finale

Der Finaltag stand ganz unter dem Zeichen „Steinbeißer“. Diese urigen Gesellen wurden heute von mehreren Bootsbesatzungen in Flateyri zum letzten Wiegen gebracht und es wunderte keinen der Anwesenden am Pier, dass darunter ein kapitales Exemplar von 19 Pfund den bisherigen führenden Steinbeißer deutlich überbot. Weitere Katfische von 8-10 Pfund sowie Dorsche bis knapp 20 Pfund konnten keinen Einfluss mehr auf die Gesamtwertung nehmen.

Zu erwähnen sind noch drei gute Fänge aus Sudureyri – Jeff Schnarr konnte eine feiste Kliesche von exakt 2 Pfund überlisten, Dennis Marten legte noch einen schönen Köhler von knapp 7 Pfund auf die Planken und Frank Zabel führt mit seinem Schellfisch von über 5 Pfund die Wertung in dieser kategorie an.

Morgen Abend, nach dem Rückflug aus den Westfjorden nach Reykjavik, wird das große Abschiedsessen und die Preisverleihung im urigen Viking-Restaurant in Hafnarfjördur stattfinden. Horst Hennings und Heiner Giesel von Daiwa-Cormoran sowie Thilo Weiß von Angelreisen Hamburg werden die Preise übergeben und alle Teilnehmer freuen sich, dass trotz der äußerst widrigen Bedingungen würdige, ja sogar kapitale Fische die Sieger stellen.

Wir freuen uns bereits auf das kommende Festival in 2012 un wir alle sind uns einig: Das Wetter kann im nächsten Jahr nur besser werden!

Aus den Westfjorden – Thilo Weiß



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Alle Bilder dieses Berichts:

  • 6. Angelfestival Island: Jetzt geht's los
  • 6. Angelfestival Island: Schöner Seeteufel
  • 6. Angelfestival Island: Steinbeisser
  • 2. Tag: Toni mit kapitalem Dorsch auf Gummifisch
  • 2. Tag: Gummifische von Cormoran in Schockfarben waren unschlagbar
  • 3. Tag: 5-Pfund Köhler - hart erkämpft
  • 3. Tag: Die Boote liegen sicher vertäut im Hafen
  • 3. Tag: Unser Guide Kevin in Flateyri präsentiert einen 10-Pfünder
  • 3. Tag: Island-Spezialist André Rossat mit Schelli
  • 3. Tag: Unser Kameramann Arne trotzt dem Sturm
  • 3. Tag: Eine fantastische Kulisse trotz der widrigen Wetterbedingungen
  • 4. Tag: Horst Hennings wiegt einen der zahlreichen Wertungsdorsche
  • 4. Tag: Dusko Stupar stemmt stolz seinen kapitalen Dorsch von 54 Pfund
  • 4. Tag: Adrian Butler mit fantastischen arktischen Saibling von knapp 4 Pfund
  • 4. Tag: schöner Rotbarsch
  • 5. Tag: Prächtige Scholle - ein gern gesehener Beifang
  • 5. Tag: André Rossat präsentiert stolz einen Teil seines Fanges
  • 5. Tag: An stürmischen Tagen spielen die zahlreichen Klieschen im Hafenbecken eine besonders wichtige Rolle
  • 5. Tag: Ein ordentlicher Steinbeißer von über 13 Pfund - bereits der Siegerfisch in dieser Kategorie?
  • 5. Tag: Flateyri - Viele Dorsche dieser Größe landeten in den Fischkisten, sie sind jedoch nicht wertungsentscheidend
  • 5. Tag: Sudureyri - Diese beiden 20Pfünder sind definitiv vorzeigbar! Petri Heil!
  • 5. Tag: Thilo von Angelreisen Hamburg mit prächtigem Arktischen Saibling von 7 Pfund - auf Streamer gefangen