22.07.2010
16:15

Isländisches Küstensilber

Angeln in Island ist mehr als "nur" Hochseefischen. Dies beweist uns Thomas Friedrich, der als passionierter Fliegenfischer auf Meerforellen-Jagd gegangen ist. Er war fasziniert von der eindrucksvollen Natur und den wunderschönen Fischen.

Ich hatte schon viele über das Angeln in Island gehört, als ich am 9. Juni aufbrach um am Öffnet externen Link in neuem Fenster5. Islandfestival von Angelreisen Hamburg teilzunehmen.

Da ich Zuhause in Oberbayern fast ausschließlich mit der Fliege angele, beschloss ich, auch eine Flugangel mit auf die Insel aus Feuer und Eis zu nehmen. Nach der Übernachtung in Reykjavík, ging es endlich los in das gemütliche Fischerdorf Flateyri in den Westfjorden.

Schon während unserer ersten Ausfahrt zum Hochseefischen wurden meine Fangerwatungen um ein Vielfaches übertroffen und das in der unberührten Landschaft der Westfjorde bei 24 Stunden Helligkeit. So konnten wir binnen der ersten 3 Tage und Nächte etliche Dorsche bis über 1,20 Meter, Seewölfe bis 90 cm sowie große Schellfische, Rotbarsche und etliche Seelachse landen. Angeln in Island ist wahrlich ein Erlebnis!

Nach einem Gespräch mit dem deutschen Guide vor Ort Julius Drewes, der bereits Meerforellen bis 65 cm im Fjord gefangen hat, entschied ich mich mit der Fliegenangel gezielt auf Forellen zu gehen und eventuell auch den ein oder anderen Arktische Saiblinge zu fangen. Dabei wollte ich mich vor allem auf die zahlreichen Süßwassereinläufe im Fjord konzentrieren.

Bereits nach wenigen Würfen konnte ich zu meiner Überraschung auf eine Shrimpfliege die erste Meerforelle der Tour landen und dies nur etwa 100 Meter von Flateyri entfernt. Mit etwa 30 cm Länge wahrlich kein Riese aber immerhin. Noch am selben Nachmittag fing mein Mitreisender Lars Andraschek noch eine weitere Meerforelle mit 43 cm auf einen roten Spinner. Die Freude über den blitzblanken traumhaft gefärbten Fisch war riesig.

Einen Tag später beschlossen Julius und ich unser Glück am späten Abend zu versuchen. Während sich Julius für ein Sandaalimitat an der Spinnrute entschied, hielt ich an meiner pinkfarbenen Shrimpfliege fest. Die ersten 2 Stunden passierte gar nichts, nur ein paar kleine Seelachse und Dorsche nahmen unsere angebotenen Köder. Nach einer Kaffeepause so um 1:00 Uhr wollten wir es erneut wissen. Dann ging alles ganz schnell! Nach etwa 30 Minuten bekam ich eine mächtigen Schlag in meine 5er Rute nur wenige Meter vor meinen Füßen. Mit wilden Sprüngen und Fluchten bis ins Backing verlangte mir die fast 50 cm lange Meerforelle alles ab. Als ich den wunderschönen Fisch endlich in meine Watkescher hatte, hallte ein lauter Jubelschrei durch den Fjord. Mein persönliches Highlight der Woche! Was für ein toller Fisch und das mitten in dieser unglaublichen Kulisse des Fjordes. Nun war Julius an der Reihe: sein erster Fisch war ca. 40 cm groß. Nur wenige Würfe später fing er jedoch nach hartem Drill eine Traumforelle mit 58 cm. Insgesamt konnten wir während dieser Nacht 8 Forellen sowie einen 40er Arktischen Saibling fangen. Interessant war, dass all diese Fische bei ablaufendem Wasser bissen.

Als sich unser Fangerfolg am nächsten morgen im Camp herumsprach, versuchten mehrere Angler ihr Glück an den besagten Süßwassereinläufen. Wiederum wurden Meerforellen gefangen und wieder vor allem bei ablaufendem Wasser. Lars Andraschek fing innerhalb von 2 Tagen über 10 Fische bis 45 cm auf einen kleinen Spinner. Auch ich konnte nochmals eine Forelle sowie einen schönen 44er Saibling, der mich sehr gefreut hat, landen.

All diese Salmoniden waren blank, in hervorragender Kondition und wunderschön gefärbt. Meiner Meinung nach echte Traumfische! Zudem macht das Angeln umgeben von dieser wunderschönen Landschaft natürlich doppelt Spaß.
Das Meerforellenangeln im Salzwasser in Island steckt noch in den Kinderschuhen, innerhalb dieser Woche befischten wir nur einen Bruchteil der interessanten Stellen des Fjordes. In und um Flateyri gibt es sicherlich noch viel zu entdecken!

Zudem sehe ich das Angeln auf Meerforellen im Fjord als absolute „Luxusalternative“ zum Hochseeangeln an stürmischen Tagen...
Ich bin mir sicher, Island und seine tollen Meerforellen sehen mich wieder!

Thomas Friedrich

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Alle Bilder dieses Berichts:

  • Solch wunderschöne Meerforellen warten an der Küste Islands auf Ihre Fänger.
  • Auftakt nach Maß. Bereits nach 5 Würfen nahm diese kleine Meerforelle die Fliege.
  • Lars Andraschek fing mehrere schöne Forellen auf Spinner.
  • Die zahlreichen Süßwassereinläufe des Fjordes erwiesen sich als Hot-Spots.
  • 40er Artischer Saibling: Ebenfalls vom Ufer aus gefangen.
  • Diese blitzblanke Forelle konnte einer pinken Shrimpfliege nicht wiederstehen.
  • Die Freude über die gefangenen Fische war riesig.
  • Das Ergebnis einer „durchangelten“ Nacht.
  • Julius Drewes mit großer Islandforelle
  • Auch dieser Fisch nahm eine pinke Shrimpfliege.
  • Alle gefangenen Fische waren wunderschön gefärbt und in bester Kondition.
  • Super Saibling, und das vor dieser Kulisse..

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